Seit September 2016 ist der “Rollende Infostand” unterwegs – bei rund 130 Veranstaltungen im Jahr.

Wir danken allen Spender*innen, die das Pilotprojekt möglich gemacht haben!

Für die Verstetigung nach der Pilotphase benötigen wir weiter dringend Spenden.


Update 03.11.2018: Der Rollende Infostand wurde zum Glück wiedergefunden. Der Wagen wurde durchwühlt und einige (z.T. teure) Ausrüstungsgegenstände wurden entwendet. Wie groß der tatsächliche Schaden ist, können wir erst feststellen, sobald wir den Wagen nächste Woche wieder in Empfang nehmen können.


Was ist der Rollende Infostand?

Nicht nur in und um Ulm stehen engagierte Ehrenamtliche regelmäßig in einer Fußgängerzone und sammeln Unterschriften, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern oder zu stoppen. In ganz Deutschland engagieren sich Leute ehrenamtlich und opfern ihre Freizeit für die Verbesserung der Menschenrechtslage.

Das Material, um an Infoständen auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und auch der Infostand selbst, muss dabei immer wieder zusammengestellt und transportiert werden, wobei oft eine Transportmöglichkeit organisiert werden muss.

Wir von der Stiftung Menschenrechtsbildung sind mit Freunden von Amnesty International, dem Behandlungszentrum für Folteropfer und anderen Ehrenamtlichen regelmäßig für die Menschenrechte und deren Bildung unterwegs. Auf Infoständen, Kulturveranstaltungen, Schulbesuchen, u.v.m.

Mit unserem Rollenden Infostand, einem voll ausgestatteten und mit Werbefläche für die Menschenrechte beklebten Fahrzeug, erreichen wir eine breitere Öffentlichkeit. Gleichzeitig verringert er den Organisationsaufwand von Aktionen, Veranstaltungen und Infoständen.

Mit dem Rollenden Infostand können wir auch kurzfristig zu einer Veranstaltung zu fahren oder schnell einen Infostand in der Fußgängerzone aufzubauen. Es gibt keinen Stress mit Ein- und Ausräumen, man kann nichts Wesentliches vergessen und auch mal allein eine Veranstaltung wahrnehmen.

Außerdem ist das Auto eine Dauerwerbefläche für die beteiligten Organisationen und dient unserer Spenden- und Mitgliederwerbung. Als Plakatwand erregt der Rollende Infostand viel Aufmerksamkeit zu einem wesentlich günstigeren Preis als eine “echte” Plakatwand in der Innenstadt oder am Stadtrand.


Die Zukunft des Projekts “Rollender Infostand”

Das Pilotprojekt (Auswertung s.u.) hat gezeigt, wie wichtig die Einrichtung eines “Rollenden Infostands” für die Sichtbarkeit und die Arbeit zu Menschenrechten in der Region ist. Wir sind uns deshalb sicher, dass die Einrichtung als Dauerprojekt der richtige Weg für die Zukunft des Rollenden Infostands ist. So können wir auch in Zukunft den Rollenden Infostand für Infostände einsetzen, für die Stiftung Menschenrechtsbildung, das Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm und Amnesty International zu werben – und natürlich, um über die Menschenrechte zu informieren. Auch sehen wir den Bedarf, in Städte in der Region Ulm gehen, in welchen noch keine Amnesty-Gruppen existieren – mit dem Ziel, dort eine solche zu gründen.

Für die Fortführung des Projekts “Rollender Infostand” werden wir jedoch spätestens Anfang 2019 ein neues Fahrzeug benötigen. Der bisherige Van konnte zwar günstig erworben werden, jedoch als über 20 Jahre altes Fahrzeug und nach etlichen Reparaturen sehen wir und unsere Werkstatt keine Möglichkeit, den TÜV 2019 zu bekommen. Zudem sind die Versicherungskosten für das zugelassene Fahrzeug sehr hoch, weshalb der Erwerb eines wesentlich jüngeren Fahrzeugs schon allein aus der Perspektive des verantwortungsvollen Umgangs mit Spendengeldern Sinn ergibt.

Hierfür benötigen wir dringend weitere Spenden. Wir rechnen zur Zeit mit einem Gesamtvolumen für Anschaffung, Beklebung und Ausstattung über grob 11.900€. Das Spendenkonto finden Sie unten – sämtliche Spenden können steuerlich geltend gemacht werden. Falls Sie beispielsweise einen Spitzensteuersatz von 42 Prozent haben, heißt das, dass Sie von einer Spende über 100 Euro über die Lohnsteuererklärung 42 Euro wieder erstattet bekommen. Das Projekt wird als operativer Bereich vom Träger der Stiftung, dem Bündnis Menschenrechtsbildung e.V. verwaltet. Das Spendenkonto für das Projekt lautet daher:

Spendenkonto

Bündnis Menschenrechtsbildung e. V.
Volksbank Ulm-Biberach
IBAN: DE14 6309 0100 0130 8510 00
BIC: ULMVDE66

Verwendungszweck: “Rollender Infostand”.


Auswertung des Pilotprojekts nach über zwei Jahren

Dank der Unterstützung durch zahlreiche Privatspenden konnten wir kostengünstig einen Ford Galaxy für 1.500 EUR erwerben. Ihn haben wir zu einem “Rollenden Infostand” umgebaut. Er ist dauerhaft mit Info-Material und mit einem ausklappbaren Tisch ausgestattet sowie prominent sichtbar mit Werbung beklebt. Die laufenden Kosten konnten wir weitestgehend über die Abrechnung von Kilometergeld bei Veranstaltungen abrechnen. Das Ziel ist, auch kurzfristig ohne großen Aufwand zu einer Veranstaltung zu fahren oder schnell einen Infostand in der Fußgängerzone aufzubauen. Es gibt keinen Stress mit Ein- und Ausräumen, man kann nichts Wesentliches vergessen und auch mal allein eine Veranstaltung wahrnehmen. Außerdem ist das Auto eine Dauerwerbefläche für die beteiligten Organisationen und dient unserer Spenden- und Mitgliederwerbung. Als Plakatwand erregt der Rollende Infostand viel Aufmerksamkeit – mehr als wir erhofft hatten.

In den 24 Monaten seit seinem Ersteinsatz war der “Rollende Infostand” insgesamt rund 40.000 Kilometer für Amnesty International, das Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) und die Stiftung Menschenrechtsbildung unterwegs. In der Summe war das Ulmer Mobilchenan über 600 von 730 Tagen im Einsatz für Öffentlichkeitsarbeit, Menschenrechtsbildung, Logistik und Arbeitstreffen. Dabei wurde es zur Schonung nicht für lange Strecken verwendet, sondern nur für Veranstaltungen in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz:

  • 131 Veranstaltungen Erwachsenenbildung inkl. FSJ/BFD- Ganztagsseminaren für DRK, BRK, Caritas, Diakonie, Wohlfahrtswerk, Int. Bund, Volkshochschulen, Ev./Kath. Bildungswerke etc. (mit ca. 4.700 Teilnehmer/innen), jeweils mit Indoor-Ständen
  • 29 Kulturveranstaltungen (mit ca. 1.700 Teilnehmer/innen)
  • 44 Schulbesuche (mit ca. 2.900 Teilnehmer/innen)
  • 110 Materialtransporte für Aktionen und sonstige Veranstaltunge
  • 70 Spontane Infostände (bspw. im Rahmen von Veranstaltungen oder Schulbesuchen)
  • 38 Geplante Infostände
  • 85 Arbeitstreffen mit anderen Organisationen (z.B. Caritas, BFU, Welthaus, DRK, Netzwerk Eine-Welt, BRK, Flüchtlingsräte, usw.)

Als Rollender Infostand im eigentlichen Wortsinn bewährte sich der minimale Zeit- und Personalaufwand einer Auf- und Abbauzeit in nur 2 Minuten, was auch spontane, ungeplante Infostände mit 1-2 Mitgliedern ermöglicht, z.B. auf Schulhöfen. Insbesondere die spontanen, unvorbereiteten und unangemeldeten Outdoor – Infostände z.B. vor oder nach unseren Veranstaltungen oder Unterrichtsbesuchen sind eine Variante von Infoständen, die bei der Stiftung MRB und bei Amnesty bisher fast unbekannt war.

Als Rollende Plakatwand funktioniert der “Rollende Infostand” noch besser als gedacht. Er erregt Aufmerksamkeit im Verkehr, auf Parkplätzen bleiben Passanten/innen stehen, gelegentlich wird man angesprochen. Auf der Autobahn, an Ampeln oder Zebrastreifen gibt es manchmal ein „Daumen hoch“. Stiftung MRB und Amnesty zeigen Präsenz im Straßenbild, Aktionen und Infostände werden durch den zusätzlichen Blickfang aufgewertet. Zum Vergleich: eine einzige Großplakatwand kostet pro Jahr im Durchschnitt je nach Standort ca. € 6.000.- (Vorstadt), € 24.000.- (Verkehrsreiche Straße) oder € 31.000.- (Innenstadt) während die Flächenbeklebung eines Mini-Vans je nach Größe im Rahmen von € 800.- bis € 1.500 liegt und mindestens 5 Jahre haltbar bleibt.

Als Rollendes Materiallager ist das Mobilchen für Veranstaltungen aller Art unbezahlbar: anders als bisher müssen Materialien nicht für jede einzelne Veranstaltung aus dem Büro geholt (was aus Zeitmangel häufig unterblieb) oder in der Garage oder Keller gebunkert werden (was durch Feuchtigkeit und Verschmutzung zu Verlusten führte). Erstmals konnten Materialien in größeren Mengen ausnahmslos für alle Veranstaltungen mitgenommen werden und z.B. Seminarteilnehmer/innen großzügig mit kostenlosen Materialien versorgt werden. Auch Indoor-Materialtische müssen nicht mehr eigens organisiert werden, weshalb diese um mehr als 50 % häufiger stattfanden.

Als Materialtransporter für Aktionen oder Flyer-Verteilungen im Bezirk ist das Mobilchen ebenfalls deutlich besser als ein Privat-PKW, da es meistens nicht eigens beladen werden muss und ständig verfügbar ist. Flyer-Verteilungen in Kleinstädten der Region oder in Flüchtlingsunterkünften müssen nicht mehr vorbereitet und können auch spontan gemacht werden.

Fazit nach 24 Monaten: Die Erwartungen aller Beteiligten wurden weit übertroffen. Im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit sowie der Arbeitsabläufe in der ehrenamtlichen Arbeit ist das Verhältnis von Kosten und Nutzen optimal. Die Einsatzmöglichkeiten in der Menschenrechtsbildung konnten gegenüber früheren Erfahrungen sehr deutlich verbessert werden. Über 30 % aller Veranstaltungen in der Jugend- und Erwachsenenbildung und rund 50 % sonstiger Einsätze wie z.B. Materialtransporte und Materialverteilungen wären ohne den Rollenden Infostand nicht möglich gewesen.

 Ausstattung

  • ausziehbarer Tisch  (2,0 x 0,64 Meter) mit Fächern für Flyer, Broschüren, Hefte und Bücher, fertig mit den wichtigsten Materialien bestückt
  • Kleidung für das Standpersonal: T-Shirts, Jacken, Caps mit Amnesty-Logo
  • Zusatz-Tisch und Plakatwand/Stellwand für lokale Aktionen
  • Roll-Up für  das Zweckspendenprojekt von Amnesty International Deutschland
  • Rundum-Beklebung des Fahrzeuges als Blickfang
  • 4 leicht aufzubauende Fahnen als zusätzlicher Blickfang
  • Laptop für Präsentationen
  • Beleuchtung für dunkle Winternächte

Unser Dank gebührt den Spender*innen, die dieses Projekt möglich gemacht haben.