Termin: Donnerstag, 16. Januar 2020, 18:30 – 20 Uhr

Referentin: Dr. Janine Dieckmann, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ), Jena

im Forum der Volksbank Ulm-Biberach, Olgaplatz 1, 89073 Ulm

Eintritt frei

Das Attentat im OEZ München im Juli 2016 und der versuchte Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 führen uns vor Augen, wie dringlich die Auseinandersetzung mit Hasskriminalität in Deutschland ist. Durch zunehmende Normalisierung in politischen und medialen Diskursen erhalten rechtsradikale Positionen und Angriffe in unserer Gesellschaft Aufwind. Nicht zuletzt aufgrund dieser gesellschaftlichen Entwicklungen ist es von hoher Bedeutung, antidemokratische und gruppenbezogen menschenfeindliche Phänomene wie Diskriminierung und Hasskriminalität genauer zu untersuchen, sichtbar zu machen und Gegenmaßnahmen zu etablieren. Ein erster Schritt dafür ist es, für die individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Diskriminierungserfahrungen und Erfahrungen mit Hasskriminalität zu sensibilisieren. Auf Grundlage der Ergebnisse einer Studie des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft zeigt Dr. Janine Dieckmann im Vortrag auf, dass das Erleben von Ausgrenzung auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene nicht nur Konsequenzen für direkt Betroffene hat, sondern auch für ihre Community, die gesamte gesellschaftlich marginalisierte Gruppe und das Zusammenleben der Gesamtgesellschaft. Ausgehend von der Universalität der Menschenrechte verdeutlicht Dr. Dieckmann, dass diese nicht erst durch physische Angriffe bzw. strafrechtlich relevante Übergriffe eingeschränkt werden, sondern auch unterhalb dieser Schwelle durch – öffentlich weniger sichtbare – diskriminierende Strukturen und Handlungen verletzt werden. Im Vortrag wird die Bedeutung von Antidiskriminierungsarbeit und von Maßnahmen gegen Hasskriminalität für die Menschenrechtsbildung und -arbeit hervorgehoben.

Quelle: Dr. Janine Dieckmann
Dr. Janine Dieckmann

Zur Referentin: Dr. Janine Dieckmann ist Sozialpsychologin und stellvertretende Direktorin des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ). Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Diskriminierung, Auswirkungen sozialer Vielfalt innerhalb einer Gesellschaft und Intergruppenprozesse. Das IDZ ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Jena in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung.

Hasskriminalität und Diskriminierung – Auswirkungen auf Betroffene und unsere Gesellschaft
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