Deutschland als Ort der Gerechtigkeit für Überlebende schwerer Menschenrechtsverbrechen?

Referentin: Bianca Schmolze, Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e.V.

Donnerstag, 4. Juli 2019, 18:30 Uhr

im Forum der Volksbank Ulm-Biberach, Olgaplatz 1, 89073 Ulm

Eintritt frei

Veranstaltungsflyer zum Download: https://www.stiftung-mrb.de/wp-content/uploads/2019/05/2019-07-04_Tatort_Kongo_flyer_a5.pdf

Von 2011 bis 2015 beobachtete Bianca Schmolze als Menschenrechtsexpertin für die Medizinische Flüchtlingshilfe (MFH) Bochum den ersten Prozess auf Basis des Völkerstrafgesetzbuches gegen Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni, Anführer der ruandischen Hutu-Miliz FDLR, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit verantwortlich ist. Die MFH hat aufgrund ihres Ansatzes „Gerechtigkeit heilt“ diesen Prozess bis zum Ende verfolgt und gemeinsam mit der Tageszeitung (TAZ) exklusiv darüber berichtet. Gemeinsam mit den TAZ-JournalistInnen Dominic Johnson und Simone Schlindwein ist ein Buch entstanden, das einen einmaligen Einblick gibt in das Innenleben einer Miliz. Hier wird dargelegt, wie die FDLR entstanden ist, welche Ideologie sie vertritt, wie ihr Leben im kongolesischen Dschungel ist, welche bewaffneten Auseinandersetzungen stattgefunden haben und wie die Befehlsketten funktionierten. Das Buch führt von der Anklagebank in einem deutschen Gerichtssaal nach Ruanda und in den Ostkongo. Dort, wo eine straff organisierte Miliz Frauen vergewaltigt, Dörfer plündert und Menschen ermordet: Kriegsverbrechen, die teils von Deutschland aus gesteuert wurden.

Bianca Schmolze informiert über den Prozess und welche Rolle er für die Aufarbeitung der FDLR-Verbrechen und insbesondere für die Überlebenden dieser Verbrechen spielt.

Tatort Kongo – Prozess in Deutschland
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