Vortrag und Gespräch mit Prof. em. Dr. Wilhelm Kempf, Berlin

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Donnerstag, 19. April, 18:30 Uhr
Forum der Volksbank Ulm-Biberach
Olgaplatz 1, 89073 Ulm
Eintritt frei

Das Thema Antisemitismus wird derzeit in Deutschland stark diskutiert. So hat zum Beispiel auch der Deutsche Bundestag im Januar 2018 beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, einen besonderen „Antisemitismus-Beauftragten“ einzusetzen. Sehr schnell und systematisch werden jedoch hier und anderswo Antisemitismus und Israelkritik zusammengezogen und unter die gemeinsame Überschrift des Antisemitismus gestellt. Gegen Veranstaltungen, die sich mit der israelischen Besatzungspolitik gegenüber den Palästinensern bzw. mit der Menschenrechtssituation vor Ort beschäftigen, wird flächendeckend der antisemitische Vorwurf erhoben, es werden Räume gekündigt und Referenten wie Veranstalter des „Judenhasses“ beschuldigt.

Umso wichtiger ist die Studie, die an der Universität Konstanz unter Leitung von Prof. Wilhelm Kempf durchgeführt wurde und deren Ergebnisse 2015 unter dem Titel „Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee: Eine Spurensuche“ veröffentlicht wurden. Prof. Wilhelm Kempf stellt diese Studie und ihre Resultate am 19. April in Ulm vor.

Er sagt: „Die Hauptzielsetzung des Buches bzw. der empirischen Studie, auf der das Buch beruht, war es, dem eindimensionalen Weltbild entgegenzuwirken, das sich als Grund für Israelkritik nichts anderes vorstellen kann als eben Antisemitismus. Diese, von einer kleinen aber umso lauteren Gruppe von pro-israelischen Hardlinern verbreitete Ideologie ist geeignet, die israelischen Juden in Angst und Schrecken zu versetzen, immer und überall nur von Antisemiten umgeben zu sein, die ihnen nach dem Leben trachten, und behindert dadurch die Fähigkeit der israelischen Gesellschaft, sich auf eine Friedenslösung mit den Palästinensern einzulassen.“

Veranstalter:
Stiftung Menschenrechtsbildung Ulm in Zusammenarbeit mit Amnesty International
Ulm/Neu-Ulm und Förderverein des Behandlungszentrums für Folteropfer Ulm e. V.

Menschenrechte, Antisemitismus und Israelkritik